- Bauherrschaft Kanton Aargau + SBB
- Planungsteam dsp Ingenieure + Planer AG
- Leistungen Expertise zu AAR-geschädigtem Tragwerk
- Bearbeitung 2025
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Kenndaten
Vorgespannte Rahmenbrücke mit Spannweite von 21 m
Schottertrog-Querschnitt stark durch AAR geschädigt
Die 2007 erstellte, einfeldrige Brücke K131 führt ein Gleis der SBB über die Kantonsstrasse zwischen Koblenz und Rietheim und ist als schiefe (37°), biegesteife Rahmenkonstruktion mit einer Spannweite von 21.0 m ausgeführt. Der Überbau besteht aus einem vorgespannten Schottertrog.
Im Jahr 2023 wurde an den beiden Brüstungsträgern und den angrenzenden Flügelwänden eine starke, netzartige Rissbildung festgestellt. Materialuntersuchungen führten dies auf eine rasch fortschreitende Alkali-Aggregat-Reaktion (AAR) zurück. Weiter zeigte die Überwachung der elektrisch isolierten Spannglieder einen über die Zeit kontinuierlich sinkenden elektrischen Widerstand. Gemeinsam mit der TFB AG konnten durch gezielte Bohrkernentnahmen das Ausmass des AAR-Schadenseingegrenzt und mittels einer Literaturstudie die verbleibenden Materialkennwerte abgeschätzt werden. Der Zustand der Vorspannung wurde im Austausch mit der Schweizerischen Gesellschaft für Korrosionsschutz (SGK) trotz der schlechten Messwerte als gut eingestuft.
Mittels einer detaillierten Tragwerksanalyse, bei welcher die Steifigkeitsabnahme sowie die Reduktion der Betondruck- und Verbundfestigkeit der durch AAR betroffenen Elemente modelliert wurde, konnte gezeigt werden, dass die Brücke ohne Verstärkungsmassnahmen erhalten werden kann. Eine dampfoffene Beschichtung der Brüstungsträger ermöglicht ein Austrocknen des Betons und ein Abklingen der AAR. Die Wirksamkeit der Massnahme wird mittels permanenter Messung der Rissweiten überwacht.