- Bauherrschaft Service des bâtimens Sbat, Etat du Fribourg
- Planungsteam ARGE Archipel Generalplanung AG, Bern / fsp Architekten AG, Spreitenbach
- Leistungen Wettbewerb, Phase 31 - 53: Erdbebenertüchtigung, Umbau, Neubau Dachzentrale in Stahl, Durchstanz- und Schubverstärkungen, Instandsetzung Sichtbetonfassade
- Bearbeitung 2024 - 2028
- Baukosten ca. CHF 100 Mio.
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Kenndaten
2. UG / Erdgeschoss/ 5 OG
GV SIA 416: 45’500 m3 / GF SIA 416: 13’000 m3
Das Chemiegebäude PER 10 wurde Anfang der 1970er‑Jahre als Stahlbetonskelettbau mit Rippenplatten in den Laborflügeln, Flachdecken im Zentralbereich und einer weitgespannten Kassettendecke über dem Auditorium erstellt. Die Tragstruktur befindet sich im Innern zwar in gutem Zustand, weist jedoch mehrere systematische Schwachstellen auf: unzureichende Tragsicherheit im Erdbebenfall, ungenügenden Durchstanzwiderstände, sowie ausgeprägte Schäden an der Sichtbetonfassade.
Im Rahmen der Gesamterneuerung wird das Gebäude bis auf den Rohbau zurückgebaut und von Grund auf neu ausgebaut. Die nichttragenden Teile der Fassade werden zwecks energetischer Sanierung ausgetauscht und die gesamte Gebäudetechnik wird erneuert inkl. der Errichtung einer neuen Dachzentrale in Stahlbau. Damit das Gebäude auch künftig einen zeitgemässen Lehr- und Forschungsbetrieb ermöglicht, werden die Nutzlasten von 3.0 kN/m2 auf 4.5 kN/m2 erhöht.
Die Erdbebensicherheit wird durch einen tiefgreifenden Umbau des Aussteifungssystems erreicht: Die ehemals über Dilatationsfugen getrennten Gebäudeteile werden kraftschlüssig verbunden, der zentrale Erschliessungskern erhält neue tragende Ortbetonwände, und die Stirnwände der Flügel werden durch zusätzliche Betonschalen verstärkt. Neue Fundamentriegel und Mikropfähle verankern die Aussteifungswände im Baugrund.
Die erhöhte Nutzlast wurde in Zusammenarbeit mit der Bauherrschaft und der Laborplanung so festgelegt, dass für die Rippenplatten keine Verstärkungen erforderlich sind, sondern die vorhanden Tragreserven ausgenutzt werden. Lediglich die Fassadenunterzüge und die Rippen unterhalb der neuen Dachzentrale müssen verstärkt werden. Dies erfolgt durch das Anbringen von CFK-Lamellen und das Einkleben von Schubbewehrung.
Ein weiterer zentraler Eingriff betrifft die stark geschädigte Sichtbetonfassade. Mittel Höchstwasserdruckstrahlen wird der geschädigte Beton abgetragen und die Bewehrung entrostet. Anschliessend werden Reprofiliermörtel und ein Flächenspachtel aufgetragen, der die ursprüngliche Bretterstruktur des Sichtbetons übernimmt. Die oberste Schutzschicht bildet eine neu aufgebrachte Hydrophobierung.
Mit diesen gezielten Eingriffen wird die Tragstruktur des PER 10 den nächsten Lebenszyklus ertüchtigt und an die heutigen Anforderungen von Labor‑, Forschungs‑ und Lehrbetrieb angepasst.