- Bauherrschaft AXA Investment Managers Schweiz AG
- Architektur pool Architekten
- Leistungen Phasen 31 – 53: Umbau Beton- & Stahlbau, Aufstockung in Holzbauweise, Erdbebenertüchtigung
- Projekt Phase 41 abgeschlossen
- Bearbeitung 2022 - 2028
- Baukosten ca. CHF 52 Mio.
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Kenndaten
4 UG, 7 oberirdische Geschosse,
GV SIA 416: ca. 75’000 m3, GF SIA 416: 20’996 m2 - Nachhaltigkeit SNBS Gold
Das Gebäude an der Paulstrasse 12 in Winterthur liegt in der Nähe des Winterthurer Hauptbahnhofs und wurde Ende der 1980er-Jahre als Rechenzentrum und Bürogebäude errichtet. Da die Büroflächen künftig nicht mehr benötigt werden und die Liegenschaft aufgrund ihrer zentralen Lage für eine Wohnnutzung prädestiniert ist, hat sich die Bauträgerschaft für eine Umnutzung entschieden. Wohnungen in den Obergeschossen werden durch Gewerbe im Erdgeschoss, eine Velostation im 1. Untergeschoss und Lagerflächen in den übrigen Untergeschossen ergänzt.
Im Wettbewerbsverfahren beabsichtigte die Bauträgerschaft zunächst die vier Untergeschosse zu erhalten und die fünf Obergeschosse durch eine Holzkonstruktion zu ersetzen. Mit dem Vorschlag die bestehende Bausubstanz auch in den Obergeschossen zu erhalten, sie jedoch umfassend umzubauen und zu verstärken, konnte dsp im Team von pool Architekten den Wettbewerb gewinnen. Die bestehende Dachzentrale aus Stahl wird rückgebaut und durch eine zweigeschossige Aufstockung in Holzbauweise ersetzt.
Die bestehende Tragstruktur mit Betonflachdecken (28 – 35 cm stark) befinden sich in guten Zustand und müssen lediglich bzgl. Durchstanzen ertüchtigt werden. Eine umfassende Transformation erfolgt puncto Aussteifung. In den Obergeschossen werden sämtliche aktuell vorhandenen Kerne rückgebaut und durch zwei neue Erschliessungszonen ersetzt. Diese übernehmen künftig auch die Erdbebenaussteifung des Gebäudes. Damit auch während der Bauzeit jederzeit die Erdbebensicherheit gewährleistet bleibt, ist ein etappiertes Vorgehen erforderlich. Die neuen Liftunterfahrten müssen im Grundwasser erstellt werden, wozu ein dichter Baugrubenabschluss und eine Dichtsohle im Düsenstrahlverfahren realisiert werden.
Um private Aussenräume und ein vielfältiges Raumangebot zu realisieren werden nord- und südseitig Stahlbalkone montiert und Wohnungen durch Erkerkonstruktionen – ebenfalls in Stahlbauweise – ergänzt. Diese werden direkt an die Stahlprofile der bestehenden Verbundstützen angeschweisst und können so stützenfrei realisiert werden. Die Aufstockung erfolgt in Mischbauweise. Stahlbetonwände bilden die Wohnungstrennwände und werden durch Hohlkastenelemente und umgekehrte Rippenplatten als Decken- bzw. Dachkonstruktionen ergänzt.